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Geschichte Exkursion - KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg

Am 08. Januar 2020 besichtigte die Klasse 9c des Hans und Sophie Scholl-Gymnasiums das Konzentrationslager Oberer Kuhberg in Ulm. Diese Exkursion im Fach Geschichte soll den Schülerinnen und Schülern einen kleinen Blick in das Leben während des Nationalsozialismus. Jedoch ist das KZ Oberer Kuhberg kein KZ à la Auschwitz, in Polen. Hier wurden weder Juden noch Deutsche vergast. Diese Anstalt diente „nur“ der Zerstörung der gegnerischen Moral. Geschafft haben es die Nationalsozialisten mit sehr viel Wasser, schlechter Hygiene und mangelhafter Nahrung, aber mehr dazu, erfahren Sie in den folgenden Texten.

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Abreise und Ankunft: Um ca. 09:30 Uhr traf sich die Klasse mit dem Klassenlehrer an der Bushaltestelle Martin Luther Kirche. Als alle anwesend waren, brachen sie auf. Sie fuhren mit der Straßenbahn, bis sie letztendlich am Schulzentrum Kuhberg eintrafen. Von dort aus, liefen sie – gespannt, was sie erwartet – in Richtung des Konzentrationslagers.

Als die Klasse dort ankam, wartete sie nicht lange und der Leiter der Exkursion traf ein. Er begrüßte sie freundlich und so begann die Exkursion.

In der KZ-Gedenkstätte:

„Es lief mir eiskalt den Rücken hinunter, als wir durch die großen Tore in das Innere des KZ gingen! Es war furchtbar kalt und man wusste sofort, hier ist Schreckliches passiert!“ so ein Schüler der Klasse 9c.

Durch die Tore, mehrere Gänge und große Räume gelangen die Schüler mit Lehrer und Leiter in einen abgelegeneren, kleinen, wenigstens gut-beheizten Raum. Dort fasste der Leiter nochmal die Gleichschaltung im Nationalsozialismus kurz zusammen, erklärte noch einige Dinge über das KZ und dann begann die Besichtigung.

altErstmal ging die Klasse nach draußen auf den Appellplatz. Dort erklärte der Leiter in 4 Worten die Hierarchie im KZ: Der Hauptmann zu dem Häftling: „Ich Chef, du nichts.“

Häftlinge, die dort ankamen, wurden die Haare abrasiert und sie bekamen Uniformen, die sie dann mit kaltem Wasser waschen mussten. Ohne jegliche Haaren auf dem Kopf und mit nasser Kleidung mussten sie zuletzt auf den Appellplatz. Wer keine saubere Uniform hatte, der musste harte Strafen erleiden. So verlief es jeden Tag. Der Häftling musste sich mit kaltem Wasser waschen, musste dann seine Kleidung mit kaltem Wasser waschen und arbeitete dann den ganzen Tag in der Kälte. Die Aufgaben, die sie dort machen mussten, waren aber keineswegs für gute Zwecke. Zum Beispiel musste man einen enormen Stein mit Gewicht nehmen und ihn dann 100 Meter tragen. Dies aber mehrere Male! Und bei nasser Kleidung in der Kälte ist das wohl kaum einfach.

Nachdem die Klasse die Einzelarrestzellen und das Krankenrevier, welches dem KZ nur ein bisschen Glanz verschaffte, gesehen hatte, begab sie sich zu den Kasematten, den Schlafplätzen der Häftlinge. Dort angekommen, erlitt sie einen weiteren Schock.

„Dieser Gang, der endlos schien, war so schmal und ist für Menschen, die sich in engen Räumen fürchten, nicht geeignet!“ so ein Schüler.

Als die Schülerinnen und Schüler, geführt von dem Leiter und dem Klassenlehrer, durch einen Eckturm gingen und eine Wendeltreppe hinunterstiegen, erwarteten sie schon bereits die nassesten Räume des KZ. Die Kasematten. altDie Klasse lief den langen Gang (linkes Bild) entlang und kam an Ess- und Schlafzimmer vorbei. Die Betten der Häftlinge waren, wie man dem Bild (rechts) Anhand des Kalks an der Decke entnehmen kann, nass und als Bettbezug wurde nur Stroh genutzt.

„Jetzt muss man sich das vorstellen, man wäscht sich und seine Kleidung mit nassem Wasser, arbeitet den ganzen Tag hart in der Kälte, wird ja fast gar nicht medizinisch versorgt; das Essen ist hart und widerlich und dann schläft man noch in kalten, nassen und harten Betten!“ so der Leiter.

Anschließend, gingen die Schüler in den wahrscheinlich furchterregendsten Teil des Konzentrationslagers. Der Kellerarrest.

Der Kellerarrest, ein Ort, an dem alle Albträume wahr werden.

„Dieses kleine Loch, in das wir da rein gehen mussten, war…gruselig und nicht zu ertragen!“

„Wenn das ganze schon so grausam, gruselig und furchterregend ist, wie war das dann früher zum Beispiel in Auschwitz?“ so einige Schüler.

Eine Wendeltruppe hinunter gehen war einfach, aber in so ein kleines Loch zu kriechen fiel einigen schwer. Dort befand sich der Kellerarrest. Mehrere Zellen, in denen Häftlinge, die etwas aus „Nazi-Sicht“ schlimmes getan haben, dort auf Dauer leiden mussten, waren zusehen. Wenn wir schon bei dem Sehen sind: Dort konnte man in der Dunkelheit nicht mal seinen eigenen Finger erkennen. Was weitaus schlimmer war, war, dass diese Zellen direkt unter dem Eingang waren. Wenn die Nazis mal eine Spritztour auf ihren Motorrädern gemacht haben und dann wieder zum KZ zurückkehrten, mussten sie diese irgendwo waschen. Über dem Kellerarrest haben Nazis ihre Motorräder, die mit Dreck übergossen waren, gewaschen und der ganze Dreck floss über den Spalt-übersehenen Holzboden runter zu den Häftlingen.

alt„Man sagt ja, Wasser sei gesund und gut, aber wenn man erstmal aus diesem KZ rauskommt, will man ja nicht mal den Buchstaben W hören!“ so ein Schüler 

Ende: Als die Klasse furchtbare, aber doch interessante Dinge über das KZ Oberer Kuhberg erfahren hatte, begab sie sich wieder in den gut-beheizten Raum und verabschiedete sich von dem Leiter. Danach hatte man noch die Gelegenheit, in großen Räumen einige Ausstellungen und Dokumente zu begutachten. So verließ die Klasse auch das Konzentrationslager und begab sich zurück zum guten alten Scholl.

 

Wir bedanken uns nochmal ganz herzlich bei dem Leiter, der uns das KZ zeigte, bei unserem Klassenlehrer, der das alles organisiert hat und natürlich beim Scholl-Gymnasium, welches uns erst eine solche Exkursion ermöglicht hat! Vielen Dank.

 

 Fotographie: Philipp Kaul, Klasse 9c

Text: Philipp Kaul, Klasse 9c

Zitate & Kommentare: Schülerinnen und Schüler, Klasse 9c + der Leiter